Was ist Peering?
Peering ist eine Verbindung zwischen zwei Netzwerken, die es jedem Netzwerk ermöglicht, Datenverkehr an Ziele innerhalb des anderen Netzwerks oder an nachgelagerte Ziele zu senden, die mit diesem Netzwerk verbunden sind. Peering erfolgt zwischen sehr großen Netzwerken, insbesondere autonomen Systemen (AS) – meist Internet Service Providern (ISPs) oder großen Organisationen, die Hunderte oder Tausende von IP-Adressen verwalten.
Peering führt zu effizienterem Routing, da Netzwerke den Datenverkehr direkter an sein Ziel senden können, anstatt ihn durch zusätzliche zwischengeschaltete Backbone-Netzwerke zu leiten. Da es für beide Seiten von Vorteil ist, ist Peering in über 99 % der Fälle kostenlos. Kostenloses Peering wird als „settlement-free peering“ („abrechnungsfreies Peering“) bezeichnet, um es von den (vergleichsweise seltenen) kostenpflichtigen Vereinbarungen abzugrenzen. Peering-Vereinbarungen können so formlos wie eine Handshake-Vereinbarung sein oder durch vertragliche Bedingungen definiert werden.
Stellen Sie sich zwei Nachbarn vor, die den Zaun zwischen ihren Grundstücken entfernen und gegenseitig die Gärten nutzen. Beim Peering ist es ganz ähnlich: Sie können den Bereich des anderen nutzen, auch wenn ihre Webseiten immer noch ihre eigenen sind. Im Idealfall ist das Ergebnis für beide Nachbarn von Vorteil.
Für Netzwerkbetreiber heißt die Alternative zum Peering Transit oder IP-Transit. Dabei handelt es sich um eine kostenpflichtige Vereinbarung mit einem anderen Netzwerk, die dem zahlenden Netzwerk Zugang zum Rest des Internets verschafft und den Traffic des Netzwerks passieren lässt. Stellen Sie sich vor, einer der Nachbarn aus dem obigen Beispiel zieht neben einen kostenpflichtigen Botanischen Garten oder Zoo – das entspricht dem Unterschied zwischen Peering und Transit.
Wie funktioniert Peering?
Peering beruht auf der Verwendung des Border Gateway Protokoll (BGP). Dieses Protokoll ermöglicht es Netzwerken, mit anderen Netzwerken zu kommunizieren und bekannt zu geben, welche IP-Adressblöcke (diese Blöcke werden als „Präfixe“ bezeichnet) sie kontrollieren.
Peering erfolgt in der Regel über physische Verbindungen. Die beiden verwendeten Methoden sind öffentliches Peering an Standorten, die Internet-Knotenpunkte (IXPs) genannt werden, und privates Peering über private Netzwerkverbindungen.
Öffentliches Peering: Die Rolle von Internet-Knoten (Internet Exchange Points, IxPs) beim Peering
IxPs werden in Colocation-Einrichtungen gehostet, bei denen es sich um Rechenzentren handelt, in denen mehrere Unternehmen Netzwerkgeräte und Server hosten können. Im Wesentlichen sind IxPs große lokale Netzwerke (LAN), die über Ethernet-Kabel und -Switches verbunden sind. Innerhalb dieses lokalen Netzwerks verbinden sich die AS über BGP. Sie kündigen einander ihre IP-Adressen sowie die IP-Adressen an, die nachgelagert sind (bei einem ISP sind dies ihre Kunden). Anschließend können die Netzwerke über die Kabel und Switches Traffic austauschen.
Private Peering: So funktioniert Peering über PNI
Eine private Netzwerk-Interconnection (PNI) ist eine direkte Verbindung zwischen Netzwerken. Einige PNI-Verbindungen sind einfach ein großes Glasfaserkabel, das an einen physischen Port eines Netzwerks angeschlossen wird. Einige PNI-Verbindungen sind virtuell und laufen über ein Netzwerk eines Drittanbieters. Genau wie bei öffentlichen Peering-Verbindungen verwenden die Netzwerke BGP, um ihre IP-Präfixe und nachgelagerte Verbindungen untereinander anzukündigen.
Was ist Depeering?
Depeering ist der Vorgang der Beendigung einer Peering-Vereinbarung. Die beiden Netzwerke können sich vollständig voneinander trennen, oder ein Netzwerk kann einfach beschließen, dem anderen Netzwerk Transitgebühren zu berechnen. Es ist wahrscheinlicher, dass Letzteres eintritt, wenn ein Netzwerk größer ist als das andere und einen Vorteil auf dem Markt hat.
Wie Netzwerk-Peering die Cloud-Performance verbessert
Da das Peering zu einer möglichst direkten Verbindung zwischen den Netzwerken führt, kann das Peering mit einer öffentlichen Cloud die Cloud-Performance erheblich verbessern.
Der Datenverkehr zu und von der Cloud erfolgt in der Regel über das öffentliche Internet, was bedeutet, dass er jedes Mal unterschiedliche Routen nehmen kann und durch Netzwerküberlastung oder Ausfälle verlangsamt werden kann. Es kann auch teuer sein, wenn ein Unternehmen viel Datenverkehr über kostenpflichtigen IP-Transit in die Cloud senden muss. Durch direktes Peering mit einem Public-Cloud-Anbieter kann der Datenverkehr sofort an Ziele in der Cloud weitergeleitet werden, was eine zuverlässigere und schnellere Verbindung ermöglicht.
Peering (bzw. Interconnection) mit Cloudflare
Cloudflare verfolgt eine offene Peering-Politik: Man muss kein Cloudflare-Kunde sein, um eine Peering-Verbindung zu Cloudflare herzustellen. Heute verbindet sich Cloudflare mit über %{NetworkInterconnects} Netzwerken weltweit. Das Ergebnis ist, dass Cloudflare eng mit Netzwerken und ISPs auf der ganzen Welt verbunden ist, um den Traffic überall außerordentlich schnell zu routen.
Für Kunden bieten wir Cloudflare Network Interconnect an, die direkteste Verbindung zur Connectivity Cloud. Verbindungen können physisch oder virtuell sein und an einem beliebigen von mehreren IxPs oder über mehrere Partner erfolgen. Cloudflare ermöglicht Kunden auch die Einrichtung von BGP-Peering, das die Performance verbessern und die über Internet-Transitverbindungen verwendete Bandbreite reduzieren kann.
Peering oder die Zusammenschaltung mit Cloudflare kann Unternehmen dabei helfen, ihre Netzwerke zu modernisieren und sie für die Cloud-Nutzung und hybride Belegschaften zu optimieren. Erfahren Sie mehr über die Netzwerkmodernisierung.